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Körpersprache und Kommunikation im Bundestagswahlkampf
Gerhard Schröder versus Edmund Stoiber
| von Dr. Werner Dieball
Preis: 34,80 EUR
Broschiert
Erscheinungsdatum: September 2005
ISBN: 3-938456-54-X
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Rezensionen - Klappentext - Autorenvorstellung - Inhaltsverzeichnis
Rezensionen
"Er sagt nichts und talkt doch: Gerhard Schröders Körpersprache im Licht der Wissenschaft"
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
"Schröder-Effekt ist bewiesen"
Stuttgarter Nachrichten
"Ein Wissenschaftler enthüllt die Körpersprache"
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Hermann Unterstöger in der Süddeutsche Zeitung, Nr. 239 vom 17.10.2005
Dreigezacktes Fingerröllchen - Die Körpersprache der Politiker am Beispiel von Schröder und Stoiber
Es hat etwas leicht Gruseliges, wenn ausgerechnet jetzt, da sich die Wähler zwischen Schröder und Merkel haben entscheiden müssen, ein Buch über die Matadore von 2002, Schröder und Stoiber, erscheint. Der Geisterhauch verfliegt aber schnell, weil es sich hierbei um keinen grotesk verspäteten Zeitzug handelt, sondern um die aus einer älteren Dissertation erwachsene gründliche Analyse eines Phänomens, das man bei künftigen Wahlkämpfen noch schärfer wird im Auge behalten müssen als bisher: der Körpersprache der Kontrahenten.
Werner Dieball, Politologe und Coach, legt seine Arbeit als eine Art Dreisprung an. Den Absprung bewerkstelligt er mit einer Präsentation der einschlägigen Literatur, in der auch der vage, wissenschaftlich wohl umstrittene, aber nichtsdestoweniger sehr beeindruckende „Mythos“ erörtert wird, wonach nur 7 Prozent der Kommunikation vom Inhalt bestimmt werden, 38 Prozent dagegen vom Tonfall und 55 Prozent von der Körpersprache. Im Zwischensprung wird dann die körpersprachliche Entwicklung Gerhard Schröders und Edmund Stoibers von 1978 bis 2001 nachgezeichnet, mit dem für manche möglicherweise erstaunlichen Ergebnis, dass beide sich quasi per aspera ad astra entwickelt haben, vom Asynchronen (Schröder) und Inkongruenten (Stoiber) hin zum staatsmännisch Gebändigten. Voll in die Sprunggrube geht es dann mit Teil drei, in dem die nonverbale Kommunikation der Kandidaten im Wahlkampf 2002 geschildert und bewertet wird.
Ein ebenso fakten- wie tabellen- und fußnotenreiches Buch, das erfreulicherweise durch viele sprechende Bilder aufgelockert wird: Schröder etwa mit der Cohiba, die von 1999 an durch das seriöse Stilmittel Brille ersetzt wurde, oder Stoibers „dreigezacktes Fingerröllchen“, eine die eigene Präzision unterstreichende Geste. Unterm Strich kommt Dieball zu dem Resümee, dass man damals den Weltmann und Bonvivant Schröder gegen den Provinzler und Aktenfresser Stoiber habe ausspielen wollen, was insofern danebenging, als Stoiber den „stotternden, zackigen, hölzernen, sazerdotalen Landespolitiker“ abzulegen und so die Polarisierungsfalle zu unterlaufen wusste.
Wie die Sache seinerzeit ausging, wissen wir, und so können wir auch wissend lächeln, wenn der Autor, der ersichtlich vor Schröders Vertrauensfrage lieferte, auf einen „Bundestagswahlkampf 2006“ vorausschaut, den es nun ja nicht mehr geben wird. Seiner Ansicht nach wird, nicht zuletzt wegen der künftig noch bewusster eingesetzten Körpersprache der Bewerber, das Votieren bei Wahlen immer mehr zu einer „Bauch- und Gefühlssache“. Wohl wahr, und die Folgen liegen uns heute noch im Magen.
Michael Hesse im Kölner Stadtanzeiger vom 19.10.05:
Das Gestenspiel der Politik
„Ich liebe meine Frau“, sagte Gerhard Schröder in die Fernsehkameras und viele glaubten, jetzt übertreibt es dieser Kanzler, der Medienkanzler, wie man ihn nannte. Genau dies empfand auch Werner Dieball, als er das Duell der beiden Kanzler-Kandidaten Gerhard Schröder und Angela Merkel verfolgte und für einen Nachrichtensender kommentierte. „Doch die Reaktion der Zuschauer war letztlich eine andere“, erzählt er. Diese attestierten Schröder für diese Aussage Vertrauenswürdigkeit. Man kann eben nicht alle Wirkungen vorhersehen, das gilt für Physiker und Politikwissenschaftler zumal. Der aus Sankt Augustin stammende Werner Dieball (29) ist promovierter Politologe und ein Fachmann für die Körpersprache in der Politik. Er hat ein klares Bild von den Konturen der künftigen politischen Szene: Künftig wird die Körpersprache noch bewusster eingesetzt, „ohne das unbedingt der politische Inhalt darunter leiden müsste“, sagt er. Die Formen der Kommunikation seien sehr unterschiedlich. „Man muss zum Beispiel ganz eindeutig zwischen einer Talkshow-Rhetorik und einer Rednerpult-Rhetorik unterscheiden“, erläutert er. Während man im Fernsehen nicht zu sehr rumhampeln solle, sind bei einer Rede etwa auf einem Parteitag handfeste Fertigkeiten gefragt, wie ein robustes Auftreten.
Werner Dieball hat vor kurzem ein interessantes Buch zu diesem Thema geschrieben, das von überregionalen Tageszeitungen mit viel Lob bedacht wurde. „Körpersprache und Kommunikation im Bundestagswahlkampf“ (Erschienen bei „pol-c-books“, Berlin / München 2005; 395 Seiten). Darin zeichnet er die körpersprachliche Entwicklung Stoibers und Schröders seit 1978 bis 2001 nach, bis er zum Bundestagswahlkampf 2002 in einem eigenen Teil übergeht.
„Wenn man sich Stoiber betrachtet, der sehr zur Dominierungsgeste neigt, indem er mit dem Zeigefinger rumfuchtelt“. Aber dies wurde dem designierten Wirtschaftsminister abtrainiert. „Wenn man ihn beobachtet, ist er allerdings wieder in seine alte Rolle zurückgefallen.“ Stoiber verschreckt seine möglichen Wähler mit einer gewissen Überheblichkeit. „Mit dem Besserwisserfinger sollte man möglichst nicht argumentieren“, sagt Dieball. Im Wahlkampf änderte sich das Erscheinungsbild von Stoiber dann auch recht zügig. Wollte man ihn von Seiten der SPD gerne als Aktenfresser und Provinzler aus Bayern herabstufen - was trotz seiner Niederlage gegen Schröder misslang -, präsentierte er sich mit offenen Handflächen anstelle des gehobenen Fingers und vermittelte: Ich habe nichts zu verbergen.
Werner Dieball erblickt eine neue Entwicklungslinie am politischen Horizont: Die Rolle der Frau. „Sie wird mit Merkels Kanzlerschaft erheblich an Bedeutung gewinnen“, glaubt er. „Angela Merkel wird anders auftreten als ein Mann.“ Wenig Futurisches hat der Einzug der Bildwirkung in die Politik, sie ist bereits Wirklichkeit: „Die Personalisierung in der Politik ist natürlich eine Folge der Amerikanisierung“, stellt Dieball fest. Die Stilberatung würde daher stärker werden, wie es auch in den USA der Fall ist, selbst in den unteren Politikbereichen auf der Ebene der Bürgermeister. „Es gehört dazu“, findet Dieball.
Schon die Magisterarbeit von Werner Dieball befasste sich mit Gerhard Schröder unter dem Aspekt der non-verbalen Kommunikation, mit Erfolg, denn sie bildete die Grundlage des Buches „Gerhard Schröder: Körpersprache - Wahrheit oder Lüge?“ Nach dem Besuch des Rhein-Sieg-Gymnasiums in Sankt Augustin und dem Zivildienst nahm Werner Dieball 1997 das Studium der Politikwissenschaften in Münster auf.
Dort beeindruckte ihn ein Seminar des Professors Walther Keim zu Politik und Körpersprache. Mit der Dissertation zum Bundestagswahlkampf 2002 und speziell zu Schröder und Stoiber folgte der große Wurf. Werner Dieball arbeitet zudem als Coach, der Menschen aus dem Bereich der Wirtschaft, Politikern und anderen dabei hilft, sich so zu präsentieren, wie es die Situation erfordert, etwa auf Pressekonferenzen oder TV-Aufritten.
Jenen auf lokaler Ebene agierenden Politikern, die solche Duelle wie zwischen Merkel und Schröder sowie Rüttgers und Steinbrück zurückgelehnt und entspannt im Fernsehsessel verfolgt haben, raubt Werner Dieball jegliche Illusion: „Die Bürgermeister werden schon bald die nächsten sein, die ihre Körpersprache und die gesamte Kommunikation professionalisieren müssen.“
Klappentext
Der große Einfluss der Körpersprache auf die potenziellen Wählerinnen und Wähler wird bei der Analyse der nonverbalen Entwicklung von Gerhard Schröder und Edmund Stoiber deutlich.
Werner Dieball leitet aus seinen Forschungen allgemeingültige Grundsätze über die Wirkungsweise der Körpersprache ab. Der non-verbale Formelkatalog soll der Wissenschaft und Politik als Kompendium dienen, um die Dekodierung von Körpersprache zu ermöglichen.
Autorenvorstellung
Werner Dieball, Dr. phil., coacht und trainiert Unternehmer, Manager, Verkäufer und Politiker in den Bereichen Rhetorik, Körpersprache und Kommunikationswirkung. Zusätzlich erforscht er die Wechselbeziehungen von Politik und Körpersprache. Er lebt mit Frau und Tochter in Köln und im Oberbergischen.
Werner Dieball ist Autor des Buches “Gerhard Schröder -Körpersprache. Wahrheit oder Lüge?“ www.prewest.de, dieballwerner@gmx.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Einführung in die Thematik
1.1. Forschungsgegenstand und Quellenlage
1.2. Fragestellung und Gang der Arbeit
1.3. Historischer Abriss zur Bedeutung der Körpersprache
2 Bewertung körpersprachlicher Lehrbücher
2.1. Herleitung der Kriterien
2.2. Auswahl des Korpus der Literatur zur Körpersprache
2.3. Analyse der Werke anhand des Kriterienkataloges
2.3.1. Angaben zur Verbreitung der Publikationen
2.3.2. Kompetenzen der Autoren
2.3.3. Feststellung des Adressatenbezuges
2.3.4. Wissenschaftliche Systematiken und empirische Begründungen
2.3.5. Form der Wissensvermittlung
2.3.6. Didaktischer Aufbau und praktische Umsetzbarkeit
2.3.7. Elemente und Einsatzmöglichkeiten der Körpersprache
2.3.7.1. Äußeres Erscheinungsbild
2.3.7.2. Mimik
2.3.7.3. Stimmklang
2.3.7.4. Gestik
2.3.7.5. Motorik
2.3.7.6. Definitionen und Reflexionen zu ‘nonverbalen Standardthesen’
2.4. Abschließende Bewertung der besprochenen Werke
3 Die körpersprachliche Entwicklung von Gerhard Schröder und Edmund Stoiber im Spiegel ihrer polit-biographischen Veränderungsprozesse
3.1. Gerhard Schröder: Vom Juso-Vorsitzenden zum ‘Medienkanzler‘
3.1.1. Zeitzone I (1978-1986): Vom ‘Juso’ zum niedersächsischen Spitzenkandidaten
3.1.2. Zeitzone II (1987-1997): Vom Verfolger zum Nachfolger
3.1.3. Zeitzone III (1998): Die mediale Inszenierung Gerhard Schröders im Bundestagswahlkampf 1998
3.1.4. Zeitzone IV (1998-2001): Gerhard Schröder als Bundeskanzler
3.1.5. Analyseergebnis
3.2. Edmund Stoiber: Vom Generalsekretär zum Ministerpräsidenten
3.2.1. Zeitzone I (1978-1985): Generalsekretär der CSU
3.2.2. Zeitzone II (1986-1992): Politische Etablierung
3.2.3. Zeitzone III (1993-1999): Bayerischer Ministerpräsident
3.2.4. Zeitzone IV (Stoiber 2000-2001): Die ‘K-Frage’
3.2.5. Analyseergebnis
4 Die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation im Bundestagswahlkampf 2002: Gerhard Schröder versus Edmund Stoiber
4.1. Vorlaufphase: Die nonverbalen Komponenten (Äußeres Erscheinungsbild, Mimik Stimmklang, Gestik, Motorik) Gerhard Schröders und Edmund Stoibers von Januar bis März 2002/ körpersprachlich strategische Ausrichtung
4.1.1. Januar
4.1.2 Februar
4.1.3. März
4.2. Mittelphase: Die nonverbalen Komponenten (Äußeres Erscheinungsbild, Mimik, Stimmklang, Gestik, Motorik) Gerhard Schröders und Edmund Stoibers von April bis Juni 2002/ körpersprachliche Ausdifferenzierung und Profilierung
4.2.1. April
4.2.2. Mai
4.2.3. Juni
4.3. Endphase: Die nonverbalen Komponenten (Äußeres Erscheinungsbild, Mimik, Stimm- klang, Gestik, Motorik) Gerhard Schröders und Edmund Stoibers von Juli bis September 2002/ körpersprachliche Optimierungen in der ‘heißen Wahlkampfphase’
4.3.1. Juli
4.3.2. August
4.3.3. September
4.4. Erstellung eines ‘nonverbalen Formelkataloges’
5 Fragebogenaktion zur Bedeutung der nonverbalen Kommunikation
5.1. Auswertung: Bundestagsabgeordnete
5.2. Auswertung: Experten
5.3. Auswertung: Schulen
5.4. Zusammenfassung der Ergebnisse
6 Schlussbetrachtung und Ausblick
7 Literaturverzeichnis
7.1. Sekundärliteratur
7.2. Audiovisuelles Material
Anhang
Anhang I: Biographische Daten: Gerhard Schröder
Anhang II: Biographische Daten: Edmund Stoiber
Anhang III: Verzeichnis der Abbildungen
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